Arbeitswelt 2030

In dem von der Adecco Stiftung geförderten Forschungsprojekt "Arbeitswelt 2030" wurden zukünftige Herausforderungen und Chancen bezogen auf sich verändernde Arbeitsbedingungen in der digitalen Gesellschaft untersucht.

Die Studie gliederte sich in zwei Forschungsphasen: Die Vorstudie, die den Problemraum eröffnete und in der verschiedene Vertiefungsszenarien erörtert wurden und die Studie A, in der eine konkrete Vertiefungsrichtung näher erforscht und ein Co-Inkubations-Modell entwickelt wurde. Jede Forschungsphase führte zu einer eigenen Veröffentlichung der Ergebnisse.

 

Vorstudie

Im Zuge der Vorstudie zur Arbeitswelt 2030 wurde zunächst erörtert, welche zukünftigen Chancen und Herausforderungen sich an der Schnittstelle zwischen internen und externen Arbeitsmärkten ergeben. Mittels Sekundäranalyse wurde der aktuelle Kenntnistand hinsichtlich der Rahmenbedingungen der Arbeitswelt 2030 analysiert. Daraus geht hervor, wie die zukünftige Entwicklung des Arbeitsmarktes in Deutschland von Faktoren des demographischen Wandels, also der Alterung der Gesellschaft und der Zu- und Abwanderung abhängt. Weiterhin spielen auch die zukünftigen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten von Fachkräften mit sehr viel flexibleren Lebensläufen und Bedürfnissen eine zentrale Rolle.

Der Umgang mit existierenden und zunehmenden beruflichen Leerzeiten wurde dabei als Potential zur Nutzung gänzlich neuer Konzepte identifiziert. Zur Spezifizierung von Leerzeiten und der Kristallisation weiterer relevanter Faktoren wie digitaler Medien, Weiterbildung, Organisation und Innovation (vgl. Vorstudie S. 10-14) wurden in Form von Expertengesprächen systematisch Primärdaten erhoben. Auf Grundlage dieser Ergebnisse und mit dem Anspruch einer innovativen, effizienten Nutzung von Leerzeiten wurden zwölf mögliche Zukunftsszenarien abgebildet.

Das Themenfeld Co-Inkubation wurde zusammen mit der Adecco Stiftung als interessantes Forschungsfeld ausgewählt und bildet somit die Grundlage für die Ende April zu übergebenden Studie A.

Studie A

Um sich für die Zukunft zu rüsten und die besten MitarbeiterInnen gewinnen und binden zu können, sollten Unternehmen bereits heute geeignete Strategien und Maßnahmen definieren, um ihre Unternehmensstruktur auf die Bedürfnisse der Zukunft auszurichten.

Eine Möglichkeit stellt die Implementierung von Co-Inkubations-Prozessen im eigenen Unternehmen dar. Dabei kommt es entscheidend darauf an, passende Strategien zu entwickeln, die (a) genau auf neue Bedürfnisse von MitarbeiterInnen eingehen, (b) die Innovationsfähigkeit des eigenen Unternehmens steigern und (c) den eigenen Unternehmenszielen entsprechen. Da viele vorhandenen Ansätze bisher nur vereinzelte Maßnahmen beschreiben, leistet diese Studie einen Beitrag dazu, Co-Inkubations-Strategien besser einordnen zu können und Impulse geben, wie der Einsatz von Co-Inkubations-Maßnahmen erfolgreich in einem Unternehmen etabliert werden kann.

Drei innovations- und mitarbeiterfördernde Dimensionen – Raum, Zeit und Arbeitsweise – werden dabei in einem Co-Inkubations-Modell zusammengeführt. Die flexiblen Dimensionen stehen in einem engen Wirkungszusammenhang zueinander. Ihr kombinierter Einsatz sollte vom Unternehmensziel bestimmt werden, welches wiederum einer Dynamik von externen und internen Einflüssen unterliegt.

Mit dem in der Studie vorgestellten Co-Inkubations-Konfigurator können Firmen im Rahmen der drei Dimensionen zunächst eine Selbsteinschätzung des persönlichen Innovationspotentials vornehmen. Im nächsten Schritt kann das eigene Ziel bestimmt werden. Möglich sind unterschiedliche Zielsetzungen, die von der Mitarbeiterförderung als „incentive“ bis zu einer dynamischen Innovationssteigerung des ganzen Unternehmens reichen: Je nach Mitarbeiterbedarf, strategischer Ausrichtung und Investmentbereitschaft können passende Innovationsprofile erstellt und Wirkungen erzielt werden. Fünf mögliche Co-Inkubations-Strategien sind vorkonfiguriert und werden vorgeschlagen:

(1) Innovative Grundpotentiale nutzen, (hell-grau)
(2) Pilotprojekte der Co-Inkubation durchführen, (dunkel-grau) 
(3) Dreidimensionale Förderung der Innovationsfähigkeit, (hell-blau) 
(4) Internationale Akteure einbinden, (mittel-blau) 
(5) Arbeitswelt 2030 vorausdenken. (dunkel-blau)

Dank an den Auftraggeber

An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich bei der Adecco Stiftung für die Ermöglichung dieser spannenden Forschungsarbeit bedanken und wünschen allen Lesern und Leserinnen einen erfolgreichen Start in die Arbeitswelt 2030.