Dynamic Innovation Networks (DINs) in Disaster Management

Das Forschungsprojekt wurde mit der Verteidigung der Thesis "Real-time Foresight - Preparedness for Dynamic Innovation Networks" an der Leiden University, NL, am 20.12.2016 erfolgreich abgeschlossen.

Das von der Hella-Langer-Stiftung geförderte Forschungsprojekt untersucht die rasche Entstehung und dynamische Entwicklung von Akteursnetzwerken in der Katastrophenhilfe und im langfristigen Wiederaufbau. Die innovative Kollaboration unterschiedlicher Akteure wird am Beispiel des Tsunami 2004 in Südindien rekonstruiert. Erforscht wird (a) die NGO-Kollaboration zwischen globaler und lokaler Ebene, (b) die Realisierung nachhaltiger und innovativer Ergebnisse in Wiederaufbauprojekten, (c) ad hoc management (als real-time foresight, RTF). 

Der Einsatz von Informationstechnologie und "Internet 2.0" ermöglicht Kollaboration, stellt Akteure einer nachhaltigen und innovativen "real time" Kollaboration aber auch vor große Probleme: Hilfsorganisationen, staatliche Akteure, technische und privatwirtschaftliche Akteure sowie kommunale Verantwortliche oder Freiwillige.

Ein mixed-method Ansatz, der Actor-Network-Theory (ANT) und Critical Incident Technique (CIT) verbindet, wird in der Studie etabliert, um erfolgreiche Handlungsmuster und Netzwerksequenzen von Wiederaufbauprogrammen in Tamil Nadu sichtbar zu machen. 

Die Ergebnisse des Forschungsprojekts leisten einen Beitrag zur Forschung im angewandten Disaster Management, aber auch generell zur Theorie dynamischer Netzwerke. Am SCE werden Handlungsempfehlungen und Matching Strategien für Akteure, die als "global player" mit lokalen NGO zusammenarbeiten, ausgearbeitet.

Neben einigen Veröffentlichungen entstand im Projekt mit dem Doktorandennetzwerk NITIM (Unversität Leiden, NL) das EU Graduate Programm (Marie Curie, European 7th Framework Programme for Research - PEOPLE), 2013-2016 an europäischen Partnerhochschulen (An IT-enabled network perspective on crisis management).

Der SCE Forschungsschwerpunkt Disaster Management bleibt an der Hochschule München mit privaten und öffentlichen Partnern weiter bestehen.  Vernetzungen mit dem kommenden Master Katastrophenmanagement (2017) der Fakultät 08 - Geoinformation, dem Projekt MEPKA Fakultät 04 - Mathematik und Informatik, und Diskurse zu Sicherheit und Katastrophen (Fakultät 13) sind geplant. Weitere Kooperationspartner und Projektideen - besonders aus dem NGO Bereich - sind willkommen.