"Wollen wir tauschen?"

 

…fragte Karl Matthäus Schmidt gleich beim Eintritt in die Steelcase Creative Hall – dem Kreativcampus des SCE an der Hochschule München. War sicherlich nicht ganz ernst gemeint, aber es wurden wohl spontan Erinnerungen an die eigene Hochschulzeit und die erste eigene Unternehmensgründung, den Onlinebroker Consors, geweckt. Mit seiner qurin bank, konnten die Zuhörer an diesem Abend erfahren, sei er längst aus der Gründungsphase heraus. Das Wachstum zu organisieren sei derzeit eine zentrale Aufgabe. Vor allem gute Bankberater anzuheuern, die nicht aufgrund der findigen Provisionsgestaltung der Branche in den vergangenen Jahren die eigentliche Beratung im Interesse des Kunden verlernt hätten. Hier sei „Resozialisierungsarbeit“ zu leisten. Einen kulturellen Wandel gelte es auch im Markt selbst herbeizuführen, der es einfach verinnerlicht habe, das Bankberatungsleistungen scheinbar kostenlos seien. Etwas nachdenklich wurde Herr Schmidt beim Thema Erfahrungen aus der ersten Unternehmensgründung: Das Kapitel sei abgearbeitet, einige Kontakte zu den Weggefährten von einst gäbe es noch. Und: Die gewonnene Lebenserfahrung und familiäre Verantwortung ließen ihn heute einige Dinge fokussierter angehen.

Karl Matthäus Schmidt ist in der Finanzbranche kein Unbekannter, seit der gebürtige Münchener mit nur 25 Jahren 1995 den Online-Broker Consors gründete und damit den Markt ordentlich durcheinander schüttelte. Neuland betritt der kreative Zerstörer nun wieder mit der quirin bank AG. Dieses neue Konzept des Private Banking setzt auf erfolgsbezogene Beratungshonorare. Schmidt trifft damit etablierte Bankhäuser an einem empfindlichen Punkt, ist doch gerade im Zuge der Finanzkrise eine ganze Branche unter Generalverdacht geraten, bei der Anlageberatung primär an das eigene Interesse gedacht zu haben.