Innostart (2011 - 2015)

In dem BMBF geförderten Projekt "Innostart" wurden in Zusammenarbeit mit Partnern aus der Industrie (u.a. BMW Group und Munich Network) Kooperationen zwischen Start-ups und etablierten Unternehmen untersucht. Das Projekt wurde 2015 abgeschlossen.

In der Praxis entstehen Innovationsnetzwerke häufig organisch-stochastisch und sind auf dem ersten Blick meist wenig effektiv. Innovationsnetzwerke als strategisches Instrumentarium einzusetzen ist daher aus Perspektive eines auf Effizienz ausgerichteten Management-ansatzes schwer zu realisieren. Die Recruitierungs- und Steuerungsaufgaben sind komplex, die Anforderungen an Innovationsprozesse und Innovationskultur sind hoch. Dennoch ist eine klare Tendenz hin zu einer Umsetzung von ‚Open Innovation‘ in der Industrie zu erkennen, um externes Wissen strukturiert in den Innovationsprozess einzubeziehen (Mortara et al. 2011). Wie man jedoch geeignete externe Partner findet und diese zur gemeinsamen Zufriedenheit integriert stellt eine Herausforderung für das Management und für Unternehmer dar.

Innovationsmanager und Entrepreneure brauchen daher ein wissenschaftlich und empirisch fundiertes Arbeitsmodell sowie prozessunterstützende Kollaborationswerkzeuge, um den eigenen Innovationsprozess für externe Innovationspartner öffnen zu können und dabei v.a. ein Buy-In ihres Senior-Managements oder die Zustimmung von Investoren zu erhalten. Umgekehrt erleichtert ein systematisches und partnerschaftliches, also nicht auf Kompe-tenzaneignung angelegtes Kooperationsangebot, Start-up Unternehmen den Zugang zu Ressourcen und Märkten erheblich und fördert damit die erfolgreiche Gründung und Entwick-lung neuer Technologien und Geschäftsfelder.

Das vom Strascheg Center for Entrepreneurship initiierte und an der Hochschule München verankerte Forschungsprojekt INNOSTART (2010 – 2014) ging daher der Frage nach, wie etablierte Unternehmen durch den zielgerich-teten Aufbau eines kompetenzorientierten Innovationsnetzwerkes mit Start-up Unternehmen ihre Innovationsfähigkeit erhöhen können und dabei durch interorganisationale, informationstechnische Arbeitssysteme wirksam unterstützt werden können.

Das übergeordnete Ziel des Vorhabens war es die systematische Zusammenarbeit von etablierten Unternehmen und Start-up Unternehmen zur Stärkung der Innovationsfähigkeit am Standort Deutschland und darüber hinaus zu fördern. Die inhärenten unterschiedlichen und komplementären Kompetenzen der Innovationspartner legen eine Zusammenarbeit zwar nahe (Rothaermel, 2002), diese ist jedoch in der Praxis aufgrund der Komplexität der Kooperationsprozesse und häufig kultureller Barrieren in etablierten Unternehmen (z.B. „not invented here Syndrome“) eher unterentwickelt. Auf das Potential komparativer Kompetenzen etablierter Unternehmen und Start-ups wurde dabei bisher nur wenig eingegangen.

Im Rahmen des Forschungsprojektes INNOSTART wurden Venture und Technologie Scouting Projekte mit unterschiedlichen Abteilungen der BMW Group durchgeführt. Ein systematischer Matching Prozess zur Reduktion der bestehenden Asymmetrien zwischen Start-ups und etablierten Firmen wurde gemeinsam mit externen Innovationsintermediären (z.B. Munich Network) entwickelt und umgesetzt. Gerade für Innovationspartnerschaften mit langfristiger Orientierung konnten erfolgreiche Start-ups identifiziert und vermittelt werden.

 

Projektziel:

INNOSTART ist ein Forschungsprojekt, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, mit dem Ziel, die Bedeutung von Start-ups für etablierte Unternehmen und deren Netzwerke zu untersuchen. Der Fokus liegt dabei im Bereich des Innovationsmanagements zur Koordination offener Innovationsprozesse.

Für die Untersuchung wurde das Augenmerk auf die Entstehung der Kooperation (matchmaking) gelegt, d.h. wie finde ich einen geeigneten Partner (Matching), welche Parameter sind für eine erfolgreiche Durchführung sowie Bewertung der Kooperation ausschlaggebend und welche sind eher hinderlich? Darüber hinaus sind für das Forschungsprojekt die Auslöser einer Kooperation aus Sicht verschiedener Stakeholder interessant.

Ergebnis ist ein strukturierter Matching Prozess, der die Matching-Wahrscheinlichkeit erhöht, indem die Zielfindung sowie Zielvereinbarungen iterativ erfolgen und zu einer gemeinsamen Vision führen müssen. Zudem wurde ein konzeptionelles Marktmodell entwickelt, welches den Innovationsintermediär als aktiven Prozessmanager zwischen der Angebots- und Nachfrageseite im Netzwerk mit speziellen Managementfähigkeiten positioniert.


Praktische Resultate von unseren Technologie und Venture Scouting Projekten sind anhaltende Kontakte zwischen BMW und den gematchten Start-ups sowie weitere unerwartete Innovationsprojekte die gemeinsam vorangetrieben werden. Meilensteine hierfür waren das BMW Group EV Charging Forum 2012 sowie ein strukturierter Matching Prozess. Weitere Informationen.

 

 

Am 25. September 2014 findet im Rahmen des Smart Factory Innovation Forum der offizielle INNOSTART Abschluss statt. Weitere informationen.

Hier geht's zum Programm des INNOSTART Panels und zu den Vorträgen

 

Weitere Informationen und Publikationen:  

Innovation intermediaries: A process view on open innovation coordination 

Matchmaking for open innovation – theoretical perspectives based on interaction, rather than transaction

Matchmaking as multi-sided market for open innovation