Innovationsansatz

Innovation process

Am SCE wurde von Prof. Klaus Sailer ein Innovationsmodell erarbeitet, das unterschiedliche interne und externe Dimensionen des Innovationsprozesses berücksichtigt. Dieses Modell verbindet bewährte Innovationsansätze und integriert die Vielschichtigkeit des Innovationsprozesses. Es wird festgestellt, dass der Innovationsprozess von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst wird. Diese lassen sich in vier verschiedenen Gesellschaftsebenen finden: Es bedarf einzelner Persönlichkeiten, die Impulse für Innovationen setzen und diese vorantreiben.

Der Fortgang des Innovationsprozesses wird auf drei weiteren Ebenen mitbestimmt: Im Unternehmen mit seinen Mitgliedern, in dessen direktem Umfeld von Stakeholdern, zu denen Kunden, Partner und Wettbewerber gehören, sowie in der Gesellschaft, in der das Unternehmen agiert. Der Innovationsprozess lässt sich mit unterschiedlichem Fokus betrachten. Sechs Perspektiven die Unternehmensstrategien beeinflussen können sind die Fähigkeiten, Kernkompetenzen und Werte einer Unternehmung, Kundenbedürfnisse, technologische Voraussetzungen im Unternehmen, Gesetze, politische Vorgaben und kulturelle Gegebenheiten, Trends und Zukunftsfelder sowie der finanzielle Rahmen.

Stärke dieses Modells ist es, alle Bereiche zu berücksichtigen und in zeitlicher Transformation in Ergebniszustände zu überführen. Die Fokussierung auf die Entwicklung marktfähiger Businessmodelle (Osterwalder 2009) statt auf reine Produktinnovationen zeigte bereits, wie mehrere Komponenten auf dem Weg an den Markt berücksichtigt werden können. Innovation wird in dem hier präsentierten Modell zusätzlich als sich entwickelnder Prozess konzipiert, der unterschiedliche Phasen – Problemdefinition, Entwicklung, Nutzung – durchläuft.

Einzelne Phasen sind in der Literatur vielfach in Varianten und Methoden beschrieben. Der Human-Centered-Innovation-Ansatz (Brown 2009), den sich die SCE Programme APE und I2S auf die Fahnen schreiben, stellt in den Phasen Bedarfsanalyse/Lösungssuche die Anforderungen der Menschen in den Vordergrund, das Erkennen und Verstehen der Bedürfnisse potenzieller Kunden. Erst im zweiten Schritt geht es um die Stärken des Unternehmens.

In Wechselbeziehung aller unterschiedlichen Bereiche und Gesellschaftsebenen entstehen Ergebnisse und neue Gesamtstrategien. Wie vor Jahrzehnten der Qualitätsbegriff von der Produktqualität hin zum Total Quality Management (TQM) voranschritt (Dale 1999), wird jetzt Innovation als Thema gesehen, das das gesamte Unternehmen und dessen Umwelt betrifft. Lösungen innerhalb einzelner Bereiche können zu einem ganzheitlichen Geschäftsmodell zusammengesetzt werden, das sich stetig weiterentwickelt. Die Herausforderung, ein Unternehmen nachhaltig zu entwickeln, besteht also darin, den komplexen Prozess von der Idee bis hin zur Marktdurchdringung in allen Bereichen und auf allen Gesellschaftsebenen erfolgreich zu durchlaufen und dabei Wechselwirkungen zu integrieren.