Start-up BRAKEABLE entwickelt Plattform für Produkt-Qualitätsmanagement

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Das Münchner Start-up BRAKEABLE hat eine Plattform ins Leben gerufen, die es Käufern ermöglicht, Herstellern direktes Feedback darüber zu geben, warum sie bestimmte Produkte ausmustern müssen. Unternehmen können dadurch ihre Produkte langlebiger gestalten, ohne sich auf die ungenauen, herkömmlichen Sternebewertungen verlassen zu müssen, und die Käufer werden Teil der Produktentwicklung.

In einem Interview mit Ralf Kastner erklärt HM-Alumnus Stefan Hauser das Konzept seines vom SCE gefördertem Start-ups BRAKEABLE:

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?
ich war höchst unzufrieden mit der Art und Weise, wie in Großunternehmen mit Marktforschungsergebnissen umgegangen wurde. Werden scheinbar valide Daten mittels qualitativer oder quantitativer Konsumentenforschung erhoben, so werden die Ergebnisse trotzdem stark hinterfragt, wenn diese nicht der Meinung der Entscheidungsträger entspricht. Wir sind mit dem Ziel angetreten, den Kommunikationsprozess zwischen Unternehmen und Konsument:innen zu verbessern. Basierend auf absoluter Transparenz und Verständlichkeit.

Welche Vision steckt hinter BRAKEABLE?
Wir wollen die schnelllebige Welt der Konsumgüter bremsen. Wir unterstützen Unternehmen dabei, für ihre Produkte die richtige Strategie im Rahmen der Kreislaufwirtschaft zu wählen. Zusätzlich wollen wir Konsument:innen zu befähigen mündige und nachhaltige Entscheidungen zu treffen. Wir glauben, dass wir nur so eine Wende erreichen können hin zur Kreislaufwirtschaft. Wir wollen Unternehmen, welche langlebige Produkte anbieten, dabei unterstützen diese zu verkaufen. Der Gesamtmarkt der Konsumgüter wird dadurch schrumpfen, die einzelnen Unternehmen, die qualitativ hochwertige Produkte anbieten werden aber wachsen und profitieren. Ein Effekt, den wir von “Made in Germany” oder “Stiftung Warentest” bereits bestens kennen.

Was waren die größten Herausforderungen (und Hilfen) von der Idee bis zum Start? Wie haben Sie sich finanziert?
Wir haben uns von Anfang an mit eigenen finanziellen Mitteln auf das Nötigste konzentriert. Wir glauben nur so maximale Agilität leben zu können, bis wir den richtigen Fit von Produkt und Markt gefunden haben. Der unternehmerische Prozess ist extrem komplex. Es geht um ein ständiges Abwägen und Priorisieren. Wir haben beim SCE unser Zuhause gefunden, wo wir im Accelerator-Programm von erfahrenen Coaches unterstützt werden. Darüber hinaus werden wir vom Munich Innovation Ecosystem mit der AI+Munich Förderung unterstützt, unsere Vision einen Schritt weiterzuentwickeln.

Wer ist die Zielgruppe von BRAKEABLE?
Mit unseren Services unterstützen wir Unternehmen aus der Fast-Moving-Consumer-Goods-Industrie. Die erste Branche, welche wir angehen, ist die Textilbranche, da Konsument:innen hier schon ein starkes Bewusstsein zu Nachhaltigkeit und der Qualität ausgebildet haben. Wir dürfen hier im Rahmen der Berlin Fashion Week beispielsweise im Februar eine Keynote zu unserem Thema halten. Weitere mögliche Märkte sind Inneneinrichtung, Spielzeuge, Schmuck oder sogar Automobile.

Was ist der Mehrwert für die Unternehmen?
Die Unternehmen schlagen drei Fliegen mit einer Klatsche. Sie können erstens eine authentische Interaktion mit den Konsument:innen in der Nachkauf-Phase etablieren und ihren Qualitätsanspruch untermauern. Die gesammelten Informationen können anschließend wieder in den Verkaufsprozess eingebunden werden, um das Thema Qualität und Langlebigkeit erstmals mit einem verständlichen Vehikel zu transportieren. Final geht es darum die Produkte oder auch Business-Modelle zu verbessern und Konsument:innen bessere Produktnutzung zu ermöglichen.

Was sind die nächsten Schritte?
Wir haben tolle Projekte mit großen Unternehmen in den Startlöchern, welche die Vision von langlebiger Produktnutzung mit uns teilen. Darüber hinaus tauchen wir mit mehreren Universitäten und natürlich der HM in die Welt der Produktlanglebigkeit aus akademischer Sicht ein. Wir wollen unseren Experten-Status untermauern und mit dieser Vision vorangehen. Wir sind immer auf der Suche nach Partnern, die diesen Weg mit uns bestreiten wollen.


Das Interview von Ralf Kastner mit Stefan Hauser findest du auch hier.