Vom Studium zur Gründung
Der BWL-Masterstudiengang „Applied Business Innovation“ an der HM Business School verbindet betriebswirtschaftliches Fachwissen mit praxisnahen Projekten in Kooperation mit Unternehmen. Die Studierenden arbeiten dabei an realen Problemstellungen, darunter die Entwicklung von Lösungen zur Optimierung interner Unternehmensabläufe. Das wachsende Interesse der Wirtschaft an Künstlicher Intelligenz bot einen konkreten Anknüpfungspunkt: Wie lässt sich KI sinnvoll in bestehende Unternehmensstrukturen integrieren? „Wir wollten das gelernte Wissen aus dem Studium anwenden und haben uns zunächst auf die Beratung von Firmen konzentriert, die KI in ihre Unternehmensstrukturen einbinden wollen. Daraus ist dann schließlich INTELLEGAM entstanden“, so HM-Alumnus Marc Gehring.
Aus diesen im Studium entwickelten Ansätzen formierte sich ein Gründungsteam, das seine Idee parallel weiterverfolgte und im Inkubationsprogramm des Strascheg Center for Entrepreneurship (SCE) – damals noch unter dem Namen „WeConnectAI“ – konkretisierte. Dort erhielten die Gründer gezieltes Feedback, Zugang zu Workshops und Mentoring sowie Unterstützung beim Aufbau eines tragfähigen Geschäftsmodells. Die Inkubation ergänzt damit die akademische Ausbildung um praxisnahe Gründungsförderung und ermöglicht es Studierenden und Alumni, unternehmerische Vorhaben bereits während oder direkt nach dem Studium umzusetzen.
KI-Lösungen für die Automobilbranche
Aus den im Studium und in der frühen Inkubationsphase entwickelten Ansätzen entstand das Software-Unternehmen INTELLEGAM. Das Start-up unterstützt Firmen dabei, Geschäftsprozesse mithilfe maßgeschneiderter KI-Anwendungen effizienter zu gestalten: von der Entwicklung unternehmensinterner Chatbots auf Basis firmenspezifischer Daten bis hin zur vollständigen Automatisierung von Prozessen. Spezialisiert hat sich das Team auf die Automobilbranche, konkret auf Anwendungen für den Handel.
Dazu hat INTELLEGAM eine KI-Technologie entwickelt, die bereits bei den beiden Autoherstellern BYD und Nissan in Europa im Einsatz ist. Sie optimiert unter anderem die Auswertung von Reparaturdaten und trägt so zu einem verbesserten Kundenerlebnis bei. Darüber hinaus verfügt INTELLEGAM über skalierbare Technologien entlang der gesamten KI-Wertschöpfungskette – von der Datenstrukturierung über intelligente Suchfunktionen bis zur Integration maßgeschneiderter Large Language Models.
Millionendeal mit australischer Firma
Der Durchbruch erfolgte für das Start-up im Jahr 2025. Der australische Automobilsoftware-Anbieter Infomedia erwarb 50 Prozent der Start-up-Anteile für rund 6 Millionen Euro. Ziel der strategischen Partnerschaft ist es, Infomedias Produktpalette mit generativer KI-Technologie zu erweitern und das datengetriebene Wachstum im Automobilsektor zu beschleunigen.
"Die Automobilbranche durchläuft einen rasanten Wandel. Unternehmen suchen nach intelligenten Lösungen, um Abläufe zu optimieren und fundierte Entscheidungen zu treffen. Gemeinsam mit Infomedia bringen wir unsere KI-Technologie dorthin, wo sie den größten Mehrwert schafft," erklärt HM-Alumnus und INTELLEGAM-CEO Tobias Hetfleisch.
Gründen aus dem Studium – unterstützt durch Hochschule München und SCE
Der Werdegang von INTELLEGAM zeigt exemplarisch, wie Gründungen aus dem Studium heraus entstehen können. Die Hochschule München verbindet unternehmerische Lehre mit einer strukturierten Gründungsförderung. Das Strascheg Center for Entrepreneurship fungiert dabei als zentrale Anlaufstelle für Studierende und Alumni, die ihre Ideen weiterentwickeln und in marktfähige Geschäftsmodelle überführen möchten. Programme wie die SCE Incubation begleiten Gründungsteams in der Vorgründungs- und frühen Wachstumsphase mit Coaching, Qualifizierung, Infrastruktur und Zugang zu einem starken Netzwerk aus Wirtschaft und Start-up-Community.
Diese enge Verzahnung von Studium und Inkubation trägt dazu bei, dass aus Projekten im Hörsaal tragfähige Unternehmen entstehen können – wie das Beispiel INTELLEGAM zeigt.
